Mittwoch, 31. Oktober 2012

M & S Ogier D'Ampuis: 2010 Le Temps est Ventu

Dunkles Rubin mit violetten Reflexen. Sehr attraktive Nase mit roten Früchten, etwas Cassis, frisch gemahlenem Pfeffer und vornehmen Kräuternoten. Im Antrunk sehr rassig, vor allem durch eine prägnante, aber nicht vorlaute Säure; die Frucht erinnert an Sauerkirsche und etwas Bittermandel-Marzipan. Feine Textur, dabei eher kühl-erfrischend als sättigend: ein für die Herkunft eher ungewöhnlicher, attraktiver Wein, der auf jeden Fall sein Geld Wert ist.

Bewertung: 17/20 Punkte
Preis: 9,90 Euro
Bezug: Weinhalle, Nürnberg

Samstag, 27. Oktober 2012

Heymann-Löwenstein: 2008er Winninger Uhlen L (Laubach)

Glänzendes, reifes Gold, überwältigende Nase mit opulenter Frucht, würziger Schieferaromatik und druckvoller Mineralität. Am Gaumen sahnig-schmelzig, reife Frucht in fast barocker Textur und spürbarer Restsüße - sozusagen mit Perücke, Puder und Schminke. Man meint auch Botrytis schmecken zu können, obwohl der Weinhändler behauptet, der Jahrgang sei weitgehend botrytisfrei gewesen. Bei Heymann-Löwenstein weiß man nie.
Ein Wein, an dem sich die Geister scheiden dürften: sicherlich groß zu nennen, fast ein Gesamtkunstwerk, aber kein trockener Mosel-Riesling, wie sich der Mainstream ihn vorstellt: eher ein Mosel mit Pfalz-Allüren im besten Sinne.
AP Nr. 16581910709   13% Alc.



Bewertung: 18,5/20 Punkte
Preis: 27,50 Euro
Bezug: Weinhalle, Nürnberg

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Sonntag, 21. Oktober 2012

Tardieu-Laurent: 2006er Cornas Coteaux (2)

Intensives, dichtes Rubin mit Granatreflexen.
Viel rote Frucht in der Nase, Waldbeerkompott, Anklänge von Rumtopf, gut unterstützt von sublimer Holzvanille.
Fruchtig-fülliges Mundgefühl, geprägt von urwüchsiger, aber gezähmter Kraft. Der Wein zeigt keine Spur von Härte und entfaltet sich schon wie bei der Erstverkostung mit Luftzufuhr. Seidige Tannine, großer Nachhhall.

Bewertung: 18,5/20 Punkte
Preis: 39 Euro
Bezug: Gute Weine



Samstag, 20. Oktober 2012

2011er Quinta de la Rosa

Unaufälliges, helles Grüngelb. In der Nase feine Würze, Küchenkräuter und eine gewisse florale Aromatik. Am Gaumen knochentrocken, aber sehr frisch; wiederum Blütenaromen, die eine salzige Mineralität umspielen. Feiner Schmelz vom Ausbau in neuen Barriques, schöne Balance. 60% Viosinho, 40% "andere" Rebsorten des Douro-Tals. 13,5% Alc.

Bewertung: 17,5/20 Punkte
Preis: 11,80 Euro

Wenn die Leute keinen weißen Portwein mehr kaufen, kann man aus dem Trauben auch einen schönen Weißwein machen, wenn man es kann. Jorge Moreira kann es offensichtlich. Man denkt beim Genuß an Brandung und Meer: Daher ein überzeugender Wein zu Fisch und Meeresfrüchten.